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Epistilbit
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Epistilbit ist ein relativ hĂ€ufig vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Silikate und Germanate“. Strukturell gehört er innerhalb der GerĂŒstsilikate zur Gruppe der Zeolithe. Epistilbit kristallisiert im triklinen Kristallsystem mit der idealisierten chemischen Zusammensetzung Ca3[Si18Al6O48]·16H2O und ist damit chemisch gesehen ein wasserhaltiges Calcium-Alumosilicat.

Epistilbit bildet prismatisch-sĂ€ulige, hĂ€ufig nach der c-Achse [001] gestreckte Kristalle mit rhombenförmigem Querschnitt bis zu maximal 3 cm GrĂ¶ĂŸe, an denen das Prisma {110} immer trachtbestimmend ist. Nahezu alle Epistilbit-Kristalle sind nach (100) verzwillingt und weisen dadurch ein pseudorhombisches Aussehen auf. Wiederholte Zwillingsbildung nach (110) und (100) fĂŒhrt zu zyklischen oder „V-förmigen“ Zwillingen. Die KopflĂ€chen der Kristalle sind oft matt, rau oder „gefrostet“. Epistilbit findet sich auch in Form von radialstrahligen, blĂ€tterigen und seltener auch körnigen Aggregaten.

Die TyplokalitĂ€t des Epistilbits ist das Gebiet Breiðdalur–Berufjörður in der Gemeinde DjĂșpavogshreppur, Austurland, Island, und hier wahrscheinlich der Berg „Teigarhorn“ am Berufjord (teigarhorn-am-berufjordKoordinaten des Teigarhorns am Berufjord64.744166666667-14.351666666667).

Contents

‱ Chemismus
‱ Morphologie
‱ Fundorte
‱ Verwendung
‱ Siehe auch
‱ Literatur
‱ Weblinks

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Etymologie und Geschichte

Das heute Epistilbit genannte Mineral wurde erstmals 1826 von Gustav Rose im deutschen Wissenschaftsmagazin Poggendorffs Annalen der Physik und Chemie als ein neues, zur Familie der Zeolithe gehörendes Mineral aus „Island und den FĂ€röer Inseln“ beschrieben, wo es in den „Höhlungen eines Mandelsteins“ auftreten sollte.

„Ich hatte diese Gattung schon vor mehreren Jahren in der Königlichen Mineraliensammlung in Berlin gesehen, und ihre Form bestimmt. Herr Prof. Weiß hatte schon frĂŒher einige StĂŒcke mit Zwillingskrystallen, die indeß nicht sehr deutlich waren, besonders gestellt und fĂŒr eine neue VarietĂ€t des BlĂ€tterzeoliths gehalten 
 Ich fand spĂ€ter 1824 den Epistilbit wieder in Paris in der Privatsammlung des Königs, wo Herr Graf von Bournon sie schon als etwas Neues ausgezeichnet hatte.“

–

Gustav Rose

:

Ueber den Epistilbit, eine neue zur Familie der Zeolithe gehörige Mineralgattung

Von den FĂ€röer-Inseln sind allerdings keine modernen Epistilbit-Funde bekanntcite-ref-betz-1981-20-0[20], so dass wahrscheinlich alle von Rose untersuchten Stufen Material aus Island darstellten.cite-ref-tschernich-11-4[11] Der wahrscheinliche Erstfundort ist das Ufer des Berufjörður („Berufjord“) am Fuße des BĂșlandstindur in der NĂ€he des Observatoriums DjĂșpivogur.cite-ref-hintze-1897-14-8[14]cite-ref-betz-1981-20-1[20]cite-ref-gottardi-galli-1985-17-1[17]

Rose benannte das Mineral im Hinblick auf die Ähnlichkeit des Minerals mit den Kristallen des Stilbits (altgriechisch áŒÏ€ÎŻ epi, deutsch ‚nahe‘).cite-ref-rose-1826-13-7[13] Stilbit war 1797 von Jean-Claude DelamĂ©therie aufgrund seines Perlmutt- bzw. Glasglanzes nach altgriechisch ÏƒÏ„ÎŻÎ»ÎČη stĂ­lbe, deutsch ‚Glanz, Schimmer‘, genannt worden.cite-ref-mindat-stilbite-subgroup-21-0[21] Der Name Epistilbit hat Mineralogen und Mineralsammler seit seiner EinfĂŒhrung verwirrt. Epistilbit ist eine eigene Mineralspezies und hat in keiner Hinsicht etwas mit Stilbit, Desmin (= Stilbit) oder Epidesmin (= Stellerit) zu tun.cite-ref-gottardi-galli-1985-17-2[17]cite-ref-tschernich-11-5[11]

Ein Mineral, welches heute ebenfalls als Epistilbit bezeichnet wird, hatte allerdings schon 1823 Johann Friedrich August Breithaupt als „neue Species der Zeolith-Ordnung erkannt“ und als Monophan (nach altgriechisch ÎŒÎżÎœÎżÏ†Î±ÎœÎźÏ‚ monophanĂ©s, deutsch ‚allein erscheinend, allein sichtbar‘, mit RĂŒcksicht auf den Schimmer auf der SpaltflĂ€che) beschriebencite-ref-breithaupt-1823-3-1[3], weswegen dieser Name eigentlich prioritĂ€r wĂ€re. Das Mineral war in der Sammlung von Abraham Gottlob Werner als Adular fehlbestimmt und spĂ€tercite-ref-breithaupt-1832-22-0[22] von Breithaupt mit dem Epistilbit von Rose zum „Geschlecht Monophan-Zeolith“ vereinigt worden.

Als Parastilbitcite-ref-sartorius-von-waltershausen-1853-7-1[7] hatte Wolfgang Sartorius von Waltershausen Kristalle bezeichnet, die zusammen mit Chabasit, Heulandit, Desmin und Calcit bei Thyrill am Hvalfiorderstrand im Borgarfjord vorkamen und die sich von Epistilbit angeblich durch grĂ¶ĂŸere HĂ€rte, Dichte und andere Winkel zwischen den KristallflĂ€chen unterschieden. Bei der Untersuchung des Originalmaterials durch Conrad Friedrich August Tenne im Jahre 1881 stellte sich aber die völlige Übereinstimmung von Parastilbit mit Epistilbit heraus.

Karl Wilhelm Georg Freiherr von Fritsch fand 1866 auf der griechischen Insel Santorin strahlenförmige BĂŒschel aus kurzsĂ€uligen, bis 3 mm langen Kristallen, die er zu Ehren seines ReisegefĂ€hrten W. Reiss Reissit nannte. Sowohl Karl von Fritschcite-ref-fritsch-1871-8-1[8] als auch Friedrich Hessenbergcite-ref-hessenberg-1870-23-0[23] verglichen das Mineral mit Epistilbit, Parastilbit und Monophan – und hielten beide Minerale wegen der unterschiedlichen Winkel zwischen den FlĂ€chen fĂŒr unterschiedliche Spezies. Nach Otto Luedeckecite-ref-luedecke-1881-24-0[24] und Carl Adolf Ferdinand Hintzecite-ref-hintze-1897-14-9[14] sind Epistilbit und Reissit aber identisch.

Als Oryzit (nach altgriechisch ᜄρυζα Oryza, deutsch ‚Reis, wegen der Reiskorn-Gestalt der Kristalle‘ oder Orizit) wurde 1879 von Giuseppe Grattarolacite-ref-grattarola-1879-4-1[4] ein Mineral aus dem Granit des Ganges „Masso Foresi“ oder „Fonte del Prete“ auf Elba, Italien, bezeichnet. Nach Andreas Arzrunicite-ref-arzruni-1880-25-0[25] und Paul Heinrich von Grothcite-ref-groth-1889-26-0[26] wohl identisch mit Heulandit, Stefano Merlino zufolge aber identisch mit Epistilbit.cite-ref-merlino-1972-5-1[5]

Das vermutliche Typmaterial fĂŒr Epistilbit (wahrscheinlich der Holotyp) wird in der Sammlung des Museum fĂŒr Naturkunde – Leibniz-Institut fĂŒr Evolutions- und BiodiversitĂ€tsforschung, Berlin, Deutschland (Katalognummer 1999-0100), aufbewahrt. Zu der 4 × 3 × 2 cm großen Stufe gehört ein von C. S. Weiss geschriebenes Etikett mit einer ausfĂŒhrlichen Beschreibung der Stufe.cite-ref-typmineralkatalog-27-0[27] Laut der Originalbeschreibung von Rose befinden sich weitere Epistilbit-Typproben am MusĂ©um national d’histoire naturelle in Paris, Frankreich.cite-ref-typmineralkatalog-27-1[27]

Klassifikation

In der veralteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz gehörte der Epistilbit zur Mineralklasse der „Silikate“ und dort zur Abteilung „GerĂŒstsilikate (Tektosilikate)“, wo er gemeinsam mit Brewsterit, Heulandit, Klinoptilolith, Stellerit und Stilbit in der „Heulandit-Stilbit-Gruppe“ mit der Systemnummer VIII/F.12 steht.

In der zuletzt 2018 ĂŒberarbeiteten Lapis-Systematik nach Stefan Weiß, die formal auf der alten Systematik von Karl Hugo Strunz in der 8. Auflage basiert, erhielt das Mineral die System- und Mineralnummer VIII/J.23-070. Dies entspricht der Klasse der „Silikate“ und dort der Abteilung „GerĂŒstsilikate“, wo Epistilbit zusammen mit Barrerit, Brewsterit-Ba, Brewsterit-Sr, Goosecreekit, Heulandit-Ba, Heulandit-Ca, Heulandit-K, Heulandit-Na, Heulandit-Sr, Klinoptilolith-Ca, Klinoptilolith-K, Klinoptilolith-Na, Stellerit, Stilbit-Ca und Stilbit-Na eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer VIII/J.23 bildet.cite-ref-lapis-28-0[28]

Die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisiertecite-ref-ima-liste-2009-29-0[29] 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Epistilbit in die Klasse der „Silikate und Germanate“ und dort in die Abteilung „GerĂŒstsilikate (Tektosilikate) mit zeolithischem H2O; Familie der Zeolithe“ ein. Hier ist das Mineral in der Unterabteilung „Ketten von FĂŒnfer-Ringen“ zu finden, wo es als einziges Mitglied eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer 9.GD.45 bildet.

In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebrĂ€uchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Epistilbit die System- und Mineralnummer 77.01.06.02. Das entspricht der Klasse der „Silikate“ und dort der Abteilung „GerĂŒstsilikate: Zeolith-Gruppe“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Echte Zeolithe“ in der Gruppe „Mordenit und verwandte Arten“, in der auch Mordenit, Maricopait, Dachiardit-Ca, Dachiardit-Na, Ferrierit-Mg, Ferrierit-K, Ferrierit-Na, Boggsit, Gottardiit, Terranovait, Mutinait und Direnzoit eingeordnet sind.

Chemismus

Nass-chemische Analysen an einem Epistilbit vom Fossårfell am Berufjörður lieferten 57,79 % SiO2; 17,62 % Al2O3; 0,02 % Fe2O3; 0,02 % MgO; 8,21 % CaO; 0,06 % K2O; 12,21 % H2O(+) sowie 3,10 % H2O(-)(Summe 100,42 %).cite-ref-akizuki-nishido-1988-30-0[30] Auf der Basis von 48 Sauerstoff-Atomen errechnet sich daraus die empirische Formel (Ca2,69Na0,82K0,02)Σ=3,53Al6,35Si17,67O48·15,61H2Ocite-ref-akizuki-nishido-1988-30-1[30], die sich zu Ca3[Al6Si18O48]·16H2O idealisieren lÀsst.

Bei der Analyse von Epistilbit verschiedener anderer Fundorte wurden SrO und MgO nie und BaO nur selten und in geringen Mengen (z. B. am FinkenhĂŒbel bei Glatz (KƂodzko), Woiwodschaft Niederschlesien, Polen, und Berufjörður am Fuße des Berges BĂșlandstindur, Island) angetroffen.cite-ref-galli-rinaldi-1974-31-0[31]cite-ref-akizuki-nishido-1988-30-2[30] Aus den chemischen Analysen von Epistilbit folgender Fundorte sind die anschließend aufgefĂŒhrten empirischen Formeln bekannt:

‱ „Fonte del Prete“ bei San Piero in Campo, Campo nell’Elba, Elba, Italien: Ca2,2Na0,7K0,3[Al5,5Si18,6O48]·14,5H2Ocite-ref-galli-rinaldi-1974-31-1[31]
‱ „Gibelbach“ bei Fiesch, Bezirk Goms, Kanton Wallis, Schweiz: Ca2,8Na0,3K0,3[Al6,2Si17,8O48]·15,8H2Ocite-ref-galli-rinaldi-1974-31-2[31]
‱ „Berufjord“ am Fuße des BĂșlandstindur, Island: Ca2,3Na1,1K0,1[Al6,0Si18,1O48]·15,2H2Ocite-ref-galli-rinaldi-1974-31-3[31]
‱ „Kuroiwa“, PrĂ€fektur Niigata, Region ChĆ«bu, HonshĆ«, Japan: Ca2,77Na0,35K0,01[Al6,26Si17,82O48]·15,93H2Ocite-ref-akizuki-nishido-1988-30-3[30]
‱ „Yugawara“, PrĂ€fektur Kanagawa, Region Kantƍ, HonshĆ«, Japan: Ca2,8Na0,4K0,1[Al6,4Si17,7O48]·15,7H2Ocite-ref-galli-rinaldi-1974-31-4[31]

Epistilbit weist eine nur sehr geringe Variation bei den austauschbaren Kationen auf. Er ist immer calciumdominant und enthĂ€lt moderate Mengen an Natrium. Kalium ist selten, Magnesium, Barium und Strontium sind so gut wie nie vorhanden.cite-ref-galli-rinaldi-1974-31-5[31] Ermanno Galli und Romano Rinaldi zufolge schwankt die chemische Zusammensetzung um die „mittlere Formel“ Ca2,5Na0,8K0,2(Al6Si18O48)·16H2O,cite-ref-galli-rinaldi-1974-31-6[31] wobei das VerhĂ€ltnis Ca/(Na + K) zwischen 9 und 2cite-ref-gottardi-galli-1985-17-3[17] und das Na/(Na + Ca)-VerhĂ€ltnis zwischen 0,1 und 0,3cite-ref-coombs-et-al-1997-32-0[32] variiert.

Die Elementkombination Ca–Al–Si–H–O weisen unter den derzeit bekannten Mineralen neben Epistilbit insgesamt 29 Spezies auf, darunter befinden sich mit Klinoptilolith-Ca, Cowlesit, Epistilbit, Erionit-Ca, Gismondin-Ca, Gmelinit-Ca, Goosecreekit, Laumontit, LĂ©vyn-Ca, ParthĂ©it, Skolezit, Stellerit, Wairakit und Yugawaralith insgesamt 14 Zeolithminerale. Aus chemischer Sicht ist Epistilbit ein Dimorph von Goosecreekitcite-ref-mindat-9-1[9] – beide Minerale besitzen demzufolge dieselbe chemische Formel CaAl2Si6O16·5H2O, weisen jedoch unterschiedliche Kristallstrukturen auf. Allerdings werden von der IMA zwei unterschiedliche Formeln fĂŒr die beiden Minerale angegeben – sie können damit nicht dimorph sein.cite-ref-ima-liste-1-2[1]

Kristallstruktur

Epistilbit kristallisiert im triklinen Kristallsystem in der Raumgruppe P1 (Raumgruppen-Nr. 1)Vorlage:Raumgruppe/1 mit den Gitterparametern a = 9,083 Å, b = 17,738 Å; c = 10,209 Å; α = 89,95°; ÎČ = 124,58° und Îł = 90,00° sowie einer Formeleinheit pro Elementarzelle.cite-ref-yang-armbruster-1996-12-1[12]

Ältere Strukturverfeinerungencite-ref-kerr-1964-33-0[33]cite-ref-merlino-1965-34-0[34]cite-ref-perrotta-1967-35-0[35] fĂŒr Epistilbit wurden in der monoklinen Raumgruppe C2/m (Raumgruppen-Nr. 12)Vorlage:Raumgruppe/12 durchgefĂŒhrt. Slaughter und Kanecite-ref-slaughter-kane-1969-36-0[36] und Alberti und Kollegencite-ref-alberti-et-al-1985-37-0[37] analysierten in der Struktur des Epistilbits niedrigsymmetrische (C2) DomĂ€nen (A und B) und erkannten, dass diese gebildet werden, um energetisch ungĂŒnstige Tetraeder-Oktaeder-Tetraeder-Winkel von 180° zu vermeiden. Im Gegensatz zum Dachiardit treten diese DomĂ€nen nicht im VerhĂ€ltnis 1:1 auf.cite-ref-vezzalini-1984-38-0[38]

Ping Yang und Thomas Armbrustercite-ref-yang-armbruster-1996-12-2[12] zeigten, dass die genannten DomĂ€nen durch eine zwillingsartige (010)-Spiegelebene erklĂ€rt werden können. Sie fanden ferner heraus, dass Epistilbit vom Gibelbach bei Fiesch im Resultat einer (Si,Al)-Ordnung und der Verteilung der Extraframework-Kationen triklin (Raumgruppe P1 (Raumgruppen-Nr. 1)Vorlage:Raumgruppe/1) kristallisiert. Bereits vorher hatten Mizuhiko Akizuki und Hirotsugu Nishidocite-ref-akizuki-nishido-1988-30-4[30] auf der Basis von optischen Untersuchungen eine trikline Symmetrie fĂŒr den Epistilbit vorgeschlagen.cite-ref-armbruster-gunter-2001-39-0[39] Die Symmetrieverringerung lĂ€sst sich durch partielle Si-Al-Ordnung und durch die Verteilung des Calciums in den KanĂ€len der lockeren Struktur erklĂ€ren.cite-ref-stalder-et-al-1998-40-0[40]

In den Ă€lteren Strukturbeschreibungen wird ausgefĂŒhrt, dass das Alumosilicat-GerĂŒst des Epistilbits Ketten aus Vierer-Ringen enthĂ€lt, die zu Schichten parallel (010) verknĂŒpft sind. Die Kationen-Positionen, welche drei Sauerstoff-Atome der Vierer-Ringe und sechs WassermolekĂŒle koordinieren, liegen auf der Spiegelebene.cite-ref-kerr-1964-33-1[33]cite-ref-merlino-1965-34-1[34]cite-ref-perrotta-1967-35-1[35]cite-ref-slaughter-kane-1969-36-1[36]cite-ref-gottardi-galli-1985-17-4[17] Nach Thomas Armbruster und Mickey Guntercite-ref-armbruster-gunter-2001-39-1[39] weist die Kristallstruktur des Epistilbits dieselbe Orientierung der Tetraeder in den Schichten aus Sechser-Ringen auf wie Dachiardit – die Spitzen der SiO4-Tetraeder weisen analog diesem Mineral nach oben bzw. nach unten. Die Schichten parallel (010), welche die sehr vollkommene Spaltbarkeit des Epistilbits nach (010) verursachen, sind ferner parallel zur b-Achse [010] durch Vierer-Ringe verbunden, wodurch die KanĂ€le aus Zehner-Ringen blockiert werden. Offene KanĂ€le werden durch parallel [001] angeordnete Achter-Ringe begrenzt. Im triklinen Epistilbit sind vier Ca-Positionen in einem KĂ€fig angeordnet, der durch die Zehner-Ringe aus Tetraedern begrenzt wird. Zwei dieser Positionen sind mit den beiden anderen Positionen durch eine Pseudo-Rotationsachse (zweizĂ€hlige Digyre) verbunden. Dadurch können aufgrund der kurzen Ca-Ca-Distanzen nur zwei Positionen gleichzeitig besetzt werden. Ca besitzt eine tetragonal-antiprismatische Koordination mit fĂŒnf H2O-MolekĂŒlen und drei gerĂŒstbildenden Sauerstoff-Atomen. Es besteht eine starke Korrelation zwischen der Al-Verteilung in den benachbarten Tetraedern und der Besetzung der vier möglichen Ca-Positionen.cite-ref-armbruster-gunter-2001-39-2[39]

Epistilbit ist strukturell mit Mordenit, den Vertretern der Dachiardit- und der Ferrierit-Gruppe sowie Bikitait verwandt.cite-ref-tschernich-11-6[11]

Eigenschaften

Morphologie

Die morphologischen Angaben beziehen sich auf die alte monokline Aufstellung!

Epistilbit bildet prismatisch-sĂ€ulige, hĂ€ufig nach der c-Achse [001] gestreckte Kristalle mit rhombenförmigem Querschnitt, an denen das Prisma {110} immer dominiert und damit trachtbestimmend ist (vergleiche auch dazu die nebenstehenden Kristallzeichnungen). Dazu treten das schmale Pinakoid {010} sowie das Basispinakoid {001} oder das Pinakoid {101} als Terminierung sowie – bei Zwillingen – ein zweites {001} oder {101} auf der anderen Seite der Zwillingsebene (100). Zu den hĂ€ufigen Kristallformen zĂ€hlen {110}; {001}; {101}, {010}, {112}, als selten werden {011} und {111} angegeben. Sehr selten ist findet sich an Epistilbit-Kristallen die matte oder raue Form {102}.cite-ref-tschernich-11-7[11]

Nahezu alle Epistilbit-Kristalle sind nach (100) verzwillingt und weisen dadurch ein pseudorhombisches Aussehen auf. Seltener ist Estilbit auch nach {110} verzwillingt und bildet so dĂŒnntafelige, flache, an Yugawaralith erinnernde Zwillingskristalle. Wiederholte Zwillingsbildung nach (110) und (100) fĂŒhrt zu zyklischen oder „V-förmigen“ Zwillingen. Die KopflĂ€chen sind oft matt oder „gefrostet“. Die Kristalle des Epistilbits sind mit LĂ€ngen von 3 bis 10 mm fĂŒr ein Zeolithmineral relativ klein, können in AusnahmefĂ€llen aber GrĂ¶ĂŸen bis zu maximal 3 cm erreichen.cite-ref-tschernich-11-8[11]

Epistilbit findet sich auch in Form von radialstrahligen, blÀtterigen und seltener auch körnigen Aggregaten.cite-ref-hintze-1897-14-10[14]

Physikalische und chemische Eigenschaften

Die Kristalle des Epistilbits sind meist weißcite-ref-rose-1826-13-8[13]; aber auch farblos bis weiß, gelblich oder blĂ€ulichcite-ref-hintze-1897-14-11[14]; blassrosacite-ref-datenblatt-10-4[10] oder rosarotcite-ref-ottens-2011-16-1[16] bis rotcite-ref-deer-et-al-2004-15-7[15]. Ihre Strichfarbe ist hingegen immer weiß.cite-ref-hintze-1897-14-12[14] Die OberflĂ€chen der durchscheinenden bis durchsichtigencite-ref-rose-1826-13-9[13] Kristalle zeigen einen charakteristischen glasartigen Glanz sowie auf (010) einen starken Perlmuttglanz.cite-ref-rose-1826-13-10[13]cite-ref-hintze-1897-14-13[14] Epistilbit besitzt entsprechend diesem Glasglanz eine mittelhohe Lichtbrechung (nα = 1,485 bis 1,505; nÎČ = 1,497 bis 1,515; nÎł = 1,497 bis 1,519) und eine mittelhohe Doppelbrechung (ÎŽ = 0,012 bis 0,014).cite-ref-deer-et-al-2004-15-8[15] Im durchfallenden Licht ist der zweiachsig negativecite-ref-datenblatt-10-5[10] Epistilbit farblos und zeigt keinen Pleochroismus.cite-ref-deer-et-al-2004-15-9[15]

Epistilbit besitzt eine „ziemlich vollkommene“ Spaltbarkeit nach (010).cite-ref-hintze-1897-14-14[14] Aufgrund seiner Sprödigkeitcite-ref-hintze-1897-14-15[14] bricht das Mineral aber Ă€hnlich wie Amblygonit, wobei die BruchflĂ€chen unebencite-ref-rose-1826-13-11[13]cite-ref-hintze-1897-14-16[14] ausgebildet sind. Epistilbit weist eine MohshĂ€rte von 4,5cite-ref-rose-1826-13-12[13] auf und gehört damit zu den mittelharten Mineralen. Seine HĂ€rte liegt zwischen denen der Referenzminerale Fluorit (HĂ€rte 4) und Apatit (HĂ€rte 5) – er lĂ€sst also mit dem Taschenmesser mehr oder weniger leicht ritzen. Die gemessene Dichte fĂŒr Epistilbit betrĂ€gt je nach Autor 2,22 bis 2,68 g/cmÂłcite-ref-tschernich-11-9[11], die berechnete Dichte 2,266 g/cmÂłcite-ref-datenblatt-10-6[10]. Epistilbit zeigt im langwelligen UV-Licht keine Fluoreszenz. Im kurzwelligen UV-Licht (254 nm) kann er eine sehr schwache weiße Fluoreszenz aufweisen.cite-ref-mineralienatlas-41-0[41]

Das Mineral ist durch konzentrierte SalzsĂ€ure, HCl, unter Abscheidung pulveriger KieselsĂ€ure langsam löslich, aber nicht vollkommen zersetzbar. Vor dem Lötrohr ist es zu blasigem Email schmelzbar, ohne sich zur Perle zu runden. Im Kölbchen entweicht Wasser. GeglĂŒhter Epistilbit wird nicht mehr angegriffen.cite-ref-hintze-1897-14-17[14] Epistilbit muss normalerweise nur in dem Bleichmittel „Biz bleach“ oder einer Seifenlösung eingeweicht und anschließend mit Druckwasser oder Ultraschall behandelt werden, um restliche Lehm- oder Gesteinsteilchen zu entfernen.cite-ref-tschernich-11-10[11] Da das Mineral nur schwach in SalzsĂ€ure löslich ist, kann es zur Entfernung von störendem Calcit fĂŒr kurze Zeit (2 bis 5 Minuten) in HCl eingelegt werden. Da dadurch aber andere Begleitminerale ebenfalls entfernt werden könnten, ist warme EssigsĂ€ure zur Entfernung von Calcit geeigneter.cite-ref-tschernich-11-11[11] OxalsĂ€ure kann zur Entfernung störender EisenoxidbelĂ€ge (Limonit) und AscorbinsĂ€ure zur Entfernung störender Manganoxide verwendet werden.cite-ref-tschernich-11-12[11]

Epistilbit ist piezoelektrischcite-ref-bond-1943-42-0[42]cite-ref-ventriglia-1953-43-0[43] – ungeachtet seiner zentrosymmetrischen Struktur.cite-ref-gottardi-galli-1985-17-5[17] Er soll ferner auch pyroelektrische Eigenschaften besitzen.cite-ref-shannon-2011-18-1[18]cite-ref-helman-2016-19-1[19]

Identifizierung und Unterschiede gegenĂŒber Ă€hnlichen Mineralen

‱ Epistilbit wird gelegentlich mit Stilbit (Epidesmin), Heulandit, Goosecreekit, Yugawaralith und der Orthoklas-VarietĂ€t Adular verwechselt. Die Verwechslung mit Stilbit beruht meist nicht auf morphologischen Ähnlichkeiten, sondern lediglich aufgrund der Ă€hnlichen Namen. Trotzdem sind Verwechslungen von Stilbit mit Epistilbit z. B. aus der Grube „Gelbe Birke“ bei Schwarzenberg und aus dem Antrim County in Nordirland bekannt.cite-ref-hochleitner-wei-2004-44-0[44] Beide Minerale sind in keiner Beziehung miteinander verwandt. WĂ€hrend Stilbit (bzw. die Vertreter der Stilbit-Gruppe) immer einen quadratischen Querschnitt aufweist und von vier rautenförmigen FlĂ€chen oder vier dreieckigen FlĂ€chen mit dem Pinakoid {100} terminiert wird, zeigt Epistilbit einen rautenförmigen Querschnitt und nur zwei rautenförmigen FlĂ€chen im Bereich der Terminierung. Stilbit-Kristalle sind plattig nach der b-Achse [010] – in derselben Richtung wie seine Spaltbarkeit – entwickelt, wĂ€hrend Epistilbit-Kristalle nach der a-Achse [100] abgeplattet sind und eine Spaltbarkeit nach {010} aufweisen. Auch weist Stilbit einen stĂ€rkeren Perlmuttglanz auf SpaltflĂ€chen auf. Das Röntgendiffraktogramm von Stilbit unterscheidet sich deutlich von dem des Epistilbits.cite-ref-tschernich-11-13[11]
‱ Heulandit (bzw. die Vertreter der Heulandit-Gruppe) wird mit Epistilbit nur aufgrund der engen Assoziation beider Minerale, der Ă€hnlichen Mineralvergesellschaftung und der gleichen Spaltbarkeit verwechselt. Heulandit ist generell plattig nach der b-Achse, parallel zu seiner Spaltbarkeit, wĂ€hrend Epistilbit plattig nach der a-Achse ausgebildet ist und eine Spaltbarkeit nach {010} aufweist. Die Diffraktogramme beider Minerale zeigen deutliche Unterschiede.cite-ref-tschernich-11-14[11]
‱ Goosecreekit besitzt zwar eine Ă€hnliche Morphologie und Spaltbarkeit wie Epistilbit, allerdings sind die FlĂ€chen des Goosecreekits im Gegensatz zu denen des Epistilbits meist charakteristisch gekrĂŒmmt, gebogen oder parkettiert. Goosecreekit-Kristalle sind generell isometrisch oder nach der b-Achse gestreckt, wĂ€hrend Epistilbit-Kristalle generell eine Streckung nach der c-Achse aufweisen. Auch hier zeigen die Diffraktogramme beider Minerale charakteristische Unterschiede.cite-ref-tschernich-11-15[11]
‱ Flache lattenförmige Epistilbit-Zwillinge Ă€hneln morphologisch Yugawaralith. Zwar sollte eine sorgfĂ€ltige Untersuchung eine Unterscheidung zwischen beiden Mineralen ermöglichen, jedoch hilft auch hier eine röntgendiffraktometrische Analyse bei der positiven Identifizierung.cite-ref-tschernich-11-16[11]
‱ Die Orthoklas-VarietĂ€t Adular besitzt eine sehr Ă€hnliche Morphologie sowie vergleichbare optische und chemische Eigenschaften wie Epistilbit.cite-ref-bishop-et-al-1982-45-0[45] Allerdings weist Adular eine Spaltbarkeit nach {001} auf, wĂ€hrend Epistilbit eine Spaltbarkeit nach {010} besitzt. Adular ist zwar in Vulkaniten selten, jedoch hĂ€ufig in mirolithischen HohlrĂ€umen sowie auf KlĂŒften in granitischen Gesteinen und Gneisen, wo auch Epistilbit auftreten kann. Außerdem ist Adular deutlich hĂ€rter als Epistilbit. Auch hier sollte fĂŒr eine positive Identifizierung auf eine röntgendiffraktometrische Analyse zurĂŒckgegriffen werden.cite-ref-tschernich-11-17[11]

Verwechslungen von Adular-Kristallen mit Epistilbit kennt man z. B. aus dem „Waterworks Valley“ bei St Lawrence auf der Kanalinsel Jersey sowie aus alpinen KlĂŒften.cite-ref-hochleitner-wei-2004-44-1[44]

Bildung und Fundorte

Bildungsbedingungen

Das Zeolithmineral Epistilbit findet sich fast ausschließlich in HohlrĂ€umen vulkanischer Gesteine wie siliciumreicher tholeiitischer Basalte und dichter Olivinbasalte sowie auf Alpinen KlĂŒften in Gneisen.cite-ref-tschernich-11-18[11] Möglicherweise handelt es sich deshalb um hydrothermale Bildungen.cite-ref-gottardi-galli-1985-17-6[17] HĂ€ufig stellt Epistilbit eine Bildung zu Beginn einer Zeolith-Kristallisationssequenz dar, wenn sowohl Siliciumgehalt als auch pH-Wert hoch sind.cite-ref-tschernich-11-19[11] Ferner wird Epistilbit in Geothermiebohrungen in Basalten auf Island, bei Temperaturen zwischen 80 °C und 160 °C gefunden – dieser Temperaturbereich Ă€hnelt dem von Heulandit, Stilbit und Mordenit.cite-ref-kristmannsdottir-t-masson-1978-46-0[46]cite-ref-tschernich-11-20[11] Exotische Vorkommen sind ein Aplitpegmatit auf der Insel Elba sowie ein Dolerit am Mount Adamson, Viktorialand in der Antarktis.cite-ref-passaglia-shephard-47-0[47] SedimentĂ€r gebildete Epistilbite sind unbekannt.cite-ref-tschernich-11-21[11]

Typische Begleitminerale des Epistilbits sind andere siliciumreiche Zeolithe wie Heulandit, Stilbit und Mordenit sowie Quarz.cite-ref-tschernich-11-22[11] Als weitere Parageneseminerale des Epistilbits werden Dachiardit, Skolezit, Lévyn, Laumontit, Chabasit, Gyrolith, Pumpellyit, Pyrit und Sphaleritcite-ref-passaglia-shephard-47-1[47] sowie Calcit, Chabasit-Ca und weitere Vertreter der Chabasit-Reihe, Amethyst und Chalcedon, Fluorapophyllit-(K) und Okenitcite-ref-mindat-9-2[9] genannt.

Als relativ hĂ€ufige Mineralbildung wurde der Epistilbit bisher (Stand 2019) von rund 150 Fundpunkten beschrieben.cite-ref-mindatanzahl-48-0[48]cite-ref-fundorte-49-0[49] Die TyplokalitĂ€t des Epistilbits befindet sich im Gebiet zwischen dem Tal Breiðdalur und dem Fjord Berufjörður in der Gemeinde DjĂșpavogshreppur, Austurland, Island. Es handelt sich um den Berg Teigarhorn, der eine der berĂŒhmtesten Zeolithfundstellen auf Island darstellt und seit 1976 als Naturdenkmal geschĂŒtzt ist. Epistilbit findet sich hier zusammen mit anderen Zeolithmineralen in tholeiitischen Kliffs nahe dem Bauernhof Teigarhorn.

Fundorte

Angesichts der sehr großen Anzahl an Fundorten fĂŒr Epistilbit können hier nur einige wenige, vor allem schöne Kristalle liefernde LokalitĂ€ten erwĂ€hnt werden. Die schönsten Epistilbit-Stufen stammen von Fundstellen auf Island, aus Indien sowie aus dem Staat Washington, USA.cite-ref-gottardi-galli-1985-17-7[17] Zu beachten ist, dass das Auftreten von Epistilbit an vielen Fundorten unsicher ist, da flach terminierter Stilbit sehr hĂ€ufig fĂ€lschlich als Epistilbit bezeichnet worden sind.cite-ref-tschernich-11-23[11]

Europa

‱ Auf Island wurde Epistilbit neben dem „Teigarhorn“ im Gebiet Breiðdalur und Berufjörður auch im Bereich der BergrĂŒcken „Rauðafell“ und „FossĂĄrfell“ sowie bei „Krossanes“ sĂŒdöstlich des Hamarsfjörður, alle in der Gemeinde DjĂșpavogshreppur, gefunden. Ferner von „Topagata“ am Berg Tunga, Hvitarsiða, Gemeinde Borgarbyggð, sowie „Hvalstöðin“ (Hvalstöd) und dem Berg Þyrill (Thyrill), beide am Hvalfjörður in der Gemeinde Hvalfjarðarsveit, alle in Vesturland.
‱ Die FĂ€röer gelten, obwohl keine spezifische Fundstelle angegeben wurde, zwar als Cotyp-LokalitĂ€tcite-ref-rose-1826-13-13[13]cite-ref-hintze-1897-14-18[14], jedoch hat Volker Betz auf den FĂ€röern keinen Epistilbit finden können.cite-ref-betz-1981-20-2[20] Rudy Tschernich zufolge sollen die als von den FĂ€röern stammend etikettierten Epistilbit-Stufen in den Sammlungen ursprĂŒnglich auf Island wĂ€hrend Reisen in beide Gebiete geborgen worden sein. Epistilbit von den FĂ€röern wurde von Ermanno Galli und Romano Rinaldicite-ref-galli-rinaldi-1974-31-7[31] sowie im Jahre 2006 von Ole JĂžrgensencite-ref-j-rgensen-2006-50-0[50] beschrieben. Epistilbit ist danach in den OberflĂ€chenaufschlĂŒssen auf den FĂ€röern selten, wurde aber im Material aus der Bohrung Lopra-1/1A hĂ€ufig angetroffen.cite-ref-j-rgensen-2006-50-1[50]
‱ In Deutschland wurde Epistilbit aus den Greifensteinen bei Ehrenfriedersdorf sowie aus der Grube „Gelbe Birke“ bei Schwarzenberg, beide im Erzgebirge in Sachsen, beschrieben. Allerdings hat sich der Epistilbit aus der „Gelben Birke“ als flach terminierter Stilbit erwiesen.cite-ref-hochleitner-wei-2004-44-2[44] Allerdings soll EDX- und XRD-Analysen zufolge doch Epistilbit vorliegen.cite-ref-mindat-9-3[9] Zweifelhaft ist ein bereits von Gustav von Leonhard erwĂ€hntes Epistilbit-Vorkommen im Basalt bei „Gierswiese unfern Honnef“ im Siebengebirge.cite-ref-leonhard-1843-51-0[51]
‱ In der Schweiz wurden bis zu 4 mm lange Kristalle zusammen mit Heulandit, Stilbit, Laumontit, Chabasit und Chlorit auf Quarz-Kristallen und farblosen, weißen oder grĂŒnen Fluorit-Oktaedern gefunden, die in LettenklĂŒften sitzen, welche durch Gneise am „Gibelbach“ bei Fiesch im Tal der Rhone, Bezirk Goms, Kanton Wallis, Schweiz setzen. Epistilbit-Kristalle bis zu 4 mm LĂ€nge finden sich, selten in Begleitung von Skolezit, Heulandit, Laumontit, Prehnit, Fluorit, Chlorit, Epidot, Titanit, Albit, Calcit und Apatit, in HohlrĂ€umen der Granite und Gneise bei Biasca, Valle Leventina, Misox, Kanton Tessin, sowie in den GneissteinbrĂŒchen bei Arvigo, Calanca, Calancatal, Misox, Kanton GraubĂŒnden.
‱ In unregelmĂ€ĂŸigen, quarzfreien AuslaugungshohlrĂ€umen im Eklogit-Amphibolit am „Gradischkogel“ auf der Koralpe bei St. Vinzenz nördlich Soboth, KĂ€rnten, Österreich, bildet Epistilbit Kristallrasen, die aus weißen, durchscheinenden, lattigen, maximal 1 mm großen Kristallen aufgebaut sind, welche gelegentlich auf Heulandit sitzen.cite-ref-bojar-1993-52-0[52]
‱ Der auf Santorin (ehemals Thera) an der SĂŒdkĂŒste von Akrotiri in Griechenland am Meer gefundene, in zersetzen trachytischen Laven zusammen mit Calcit und Stilbit auf Quarz vorkommende „Reissit“ hat sich als Epistilbit erwiesen.
‱ In Italien bei „Fonte del Prete“ unweit San Piero in Campo, Campo nell’Elba, Elba, in PegmatitgĂ€ngen, die den miozĂ€nen Granodiorit-Stock „Monte Capanne“ durchsetzen. Von hier stammt die reiskornartige VarietĂ€t „Orizit“, die von Dachiardit, Mordenit, Stilbit, Heulandit, Apatit, Pollucit, Quarz, Feldspat und Turmalin begleitet wird. Prismatische, rötliche Epistilbit-Kristalle bis 15 mm LĂ€nge, die von Quarz, Calcit und der Chabasit-VarietĂ€t Phakolith – sowie seltener Analcim, Heulandit und Laumontit – begleitet werden, stammen aus Vulkaniten bei Osilo unweit Sassari auf Sardinien. Kleine, gestreckte Epistilbit-Kristalle in Begleitung von Chabasit, Calcit, Stilbit, Laumontit und Heulandit stammen von „Punta Santa Vittoria“, Pula, Metropolitanstadt Cagliari, Sardinien. Kleinere Epistilbite wurden in Montecchio Maggiore, Provinz Vicenza, Venetien, sowie bei Palagonia, Nördliche Iblea-Hochebene, Metropolitanstadt Catania, Autonome Region Sizilien, geborgen. Schließlich mit Skolezit, Heulandit und Laumontit in Calciumcarbonat/-silicat-Gesteinen bei Novate Mezzola, Sondrio, Region Lombardei.
‱ Weiße bis farblos-durchsichtige, nach {100} und {110} verzwillingte Epistilbit-Kristalle bis zu 2 mm LĂ€nge stammen aus mit Quarz ausgekleideten ehemaligen Gasblasen bis zu 10 cm Durchmesser in einem dunkelroten Vulkanit bei FinkenhĂŒbel (MrĂłwieniec), Suszyna unweit KƂodzko (ehemals Glatz), Gmina RadkĂłw, Powiat KƂodzki, sowie aus dem Granitsteinbruch „Graniczna III“ bei Strzegom (ehemals Striegau) in der gleichnamigen Stadtgemeinde, Powiat Úwidnicki, beide in der Woiwodschaft Niederschlesien, Polen.
‱ Aus RumĂ€nien wird Epistilbit als spĂ€thydrothermale Bildung zusammen mit Baryt, Montmorillonit und Pb-Zn-Erzen in argillitisierten Andesiten oder basaltischen Andesiten bei Vorța, Kreis Hunedoara im SiebenbĂŒrgischen Erzgebirge (Munții Metaliferi) in SiebenbĂŒrgen sowie aus ehemaligen Gasblasen in mesozoischen Basalten z. B. bei Vața de Sus unweit Brad im Kreis Hunedoara beschrieben.
‱ In der Slowakei wurde Epistilbit zusammen mit Stilbit, Skolezit, Laumontit, Chabasit, Heulandit, Calcit und Apophyllit in HohlrĂ€umen in einem Andesit bei Ć iatorskĂĄ Bukovinka unweit FiÄŸakovo im CerovĂĄ vrchovina, Okres Lučenec, BanskobystrickĂœ kraj.
‱ In Ungarn am Kontakt von granitischen mit andesitischen Gesteinen bei Nadap im Kreis GĂĄrdony, Velence-Gebirge, Komitat FejĂ©r, sowie in Spalten in einem Andesit bei SĂĄtoros, Komitat NĂłgrĂĄd.cite-ref-tschernich-11-24[11] Ebenfalls aus Spalten im Andesit vom Berg CsĂĄk unweit Szob im gleichnamigen Kreis im Komitat Pest.cite-ref-szak-ll-2002-53-0[53]
‱ Im Vereinigten Königreich kennt man Epistilbit von der Insel Rathlin sowie aus Portrush, County Antrim, Nordirland, obwohl es sich bei diesem Material möglicherweise um flach terminierte Stilbit-Kristalle handelt. Aus Schottland in kleinen, blass fleischfarbenen Kristallen aus blasenreichen Basalten in der „Talisker Bay“, Island of Skye, sowie zusammen mit Skolezit bei „Dearg Sgeir“ auf der Insel Mull, Argyll and Bute. Bei farblos-durchsichtigen, flĂ€chenreichen Epistilbit-Kristallen von maximal 2 mm LĂ€nge sowie bis 2 cm großen, aber flĂ€chenĂ€rmeren Kristallen in einem blasenreichen Basalt aus einem Straßenbelag bei „Castle Eden“, Hartlepool, County Durham, England, handelt es sich möglicherweise um Material, welches als Schiffsballast, wohl aus Island, nach England gekommen ist.cite-ref-tschernich-11-25[11]

Asien

‱ In Indien ist „Epistilbit 
 unter den berĂŒhmten ‚Poona-Zeolithen‘ eher selten“.cite-ref-hochleitner-wei-2004-44-3[44]

‱ Farblose bis rötliche Kristalle bis zu 2 cm LĂ€nge stammen aus mit Quarz ausgekleideten HohlrĂ€umen in grĂŒnlichen Pillowbasalten im „Bombay Quarry“ bei Khandivali nördlich Mumbai (ehemals Bombay), Mumbai City, Maharashtra. Der Epistilbit wird von Chabasit, Babingtonit, Prehnit, Heulandit, Calcit und Laumontit begleitet, wĂ€hrend andere HohlrĂ€ume Okenit, Gyrolith, Hydroxyapophyllit, Stilbit, Skolezit und Yugawaralith enthalten können.cite-ref-tschernich-11-26[11] Milchweiße Epistilbit-Kristalle fand Matthew Forster Heddle in mit Achat (Kascholong) gefĂŒllten HohlrĂ€umen in Basalten bei Igatpuri, nordöstlich Mumbai.cite-ref-heddle-1889-54-0[54]
‱ Tafelige Kristalle bis 1,5 cm LĂ€nge stammen aus dem Basalt von Aklahare bei Nashik nordöstlich von Mumbai in Maharashtra. Villhori in den „Pandulena Hills“ bei Nashik (vgl. dazu die Pandavleni-Höhlen) lieferte außergewöhnliche, bis 3 cm große, farblose bis milchigweiße Kristalle und plattige Zwillinge auf drusigem Quarz.cite-ref-tschernich-11-27[11]cite-ref-mindat-9-4[9] Kleine farblose Epistilbit-Kristalle wurden zusammen mit Goosecreekit und Heulandit in mit Quarz ausgekleideten HohlrĂ€umen im Basalt bei Alibag unweit Mumbai gefunden.cite-ref-tschernich-11-28[11] FĂŒr diesen Fundort sind auch rote, mehrfach verzwillingte Epistilbit-Kristalle typisch.cite-ref-ottens-2011-16-2[16]
‱ In den Basalt-SteinbrĂŒchen im Gebiet von Pune im gleichnamigen Distrikt in Maharashtra enthalten in mit Quarz/Chalcedon ausgekleideten HohlrĂ€umen weiße bis rosafarbene, „gefrostete“ Epistilbit-Kristalle bis zu 1,5 cm LĂ€nge, die meist von cremefarbenem Gyrolith begleitet werden. In den BrĂŒchen von Pune wurde die Sukzession weißer Chalcedon → terminierter farbloser Quarz → Mesolith → Epistilbit → Stilbit → grĂŒnlichweißer Fluorapophyllit angetroffen.cite-ref-tschernich-11-29[11] Im nordöstlich von Pune liegenden Sirur sind kleine Epistilbite und winzige Thomsonit-Aggregate auf haarfeinen Okenit-Nadeln gefunden worden.cite-ref-tschernich-11-30[11]
‱ Farblose, rosa- und orangefarbene Epistilbit-Kristalle bis zu 1 cm LĂ€nge sowie radialstrahlige Aggregate bis zu 1,5 cm Durchmesser treten zusammen mit Stilbit, Heulandit, Mesolith, Fluorapophyllit, Mordenit, Chlorit, Calcit und drusigem Quarz in Basalt in verschiedenen SteinbrĂŒchen bei Savada (Sawda) unweit Jalgaon im Distrikt Aurangabad, Maharashtra, auf.cite-ref-tschernich-11-31[11]

‱ Weiße, durchsichtige, gestreckte Epistilbit-Kristalle bis 2,5 mm LĂ€nge wurden zusammen mit Quarz in HohlrĂ€umen magmatischer Gesteine in den LokalitĂ€ten „Hirogawara“, „Okuyugawara“ und „Yugawara Hot Spring“ bei Yugawara, PrĂ€fektur Kanagawa, Region Kantƍ, HonshĆ«, Japan, gefunden. Aus der GoldlagerstĂ€tte der „Hishikari Mine“ in der Stadt Isa in der PrĂ€fektur Kagoshima, KyĆ«shĆ«. Zusammen mit Skolezit, Laumontit und LĂ©vyn in Andesiten bei „Kuroiwa“, PrĂ€fektur Niigata, Region ChĆ«bu, HonshĆ«. Kleine, glasglĂ€nzende, durchsichtige Epistilbit-Kristalle fanden sich zusammen mit Chabasit und Quarz bei Kumomi unweit Matsuzaki, PrĂ€fektur Shizuoka, Region ChĆ«bu, HonshĆ«. Schließlich auch in milchweißen Kristallen in Begleitung von Heulandit und Pumpellyit aus HohlrĂ€umen in Basalten bei Takahagi, sowie bei Furuyada unweit Mitama, beide in der PrĂ€fektur Yamanashi.cite-ref-tschernich-11-32[11]

Ozeanien

‱ Epistilbit aus Basalten nahe North Cape auf der Nordinsel in Neuseeland hat sich als Thomsonit und/oder Stilbit mit flachen EndflĂ€chen erwiesen. Auf der SĂŒdinsel ist Epistilbit der hĂ€ufigste Zeolith in untermeerischen gasblasenreichen AndesitflĂŒssen in den nördlichen Takitimu Mountains im westlichen Southland, die aus dem unteren Perm stammen. Epistilbit findet sich in zeolitfaziellen Gesteinen, die aus Laumontit, Analcim, Calcit und Chlorit (mit untergeordneten Gehalten an Prehnit, Pumpellyit und Epidot) bestehen und in allmĂ€hlich in höhertemperierte Vergesellschaftungen der Prehnit-Pumpellyit-Fazies ĂŒbergehen. Epistilbit findet sich selten auch zusammen mit Heulandit und Stilbit bei „Stew Point Station“ im Tal des Rangitata River, Ashburton District, Region Canterbury.cite-ref-tschernich-11-33[11]

Amerika

‱ Epistilbit, Wairakit und LĂ©vyn kleiden gasblasenreiche Basalte am „Cerro China Muerta“ bei La Amarga, Departamento CatĂĄn Lil, Provinz NeuquĂ©n im sĂŒdlichen Argentinien aus.cite-ref-tschernich-11-34[11]
‱ In Kanada findet sich Epistilbit in British Columbia in Form von farblos-transparenten Kristallen bis zu 2mm LĂ€nge am „Gold Pan Camp“ bei Spences Bridge im Canyon des Fraser River, Kamloops Mining Division, Goldpan Provincial Park.cite-ref-tschernich-11-35[11] In Nova Scotia von der Halbinsel Partridge Island bei Parrsboro im Cumberland Co. In den Vulkaniten der Bay of Fundy am „Cape Blomidon“, in „Morden“ und am „Ross Creek“ sowie im stillgelegten Basaltsteinbruch „Arlington Quarry“, alle im Kings County, Nova Scotia.cite-ref-mindat-9-5[9] In Ontario zusammen mit Analcim, Chabasit, Cowlesit, Heulandit, Faujasit, Garronit, Gismondin, Harmotom, Phillipsit, Laumontit, Mesolith, Stilbit, Thomsonit, Apophyllit, Datolith, Prehnit und Calcit in GĂ€ngen im prĂ€kambrischen Metapyroxenit bei „Davis Hill Locality“, Dungannon Township, Hastings County.cite-ref-velthuizen-1991-55-0[55]cite-ref-tschernich-11-36[11] In QuĂ©bec wurde Epistilbit zusammen mit Analcim, Chabasit, Cowlesit, Heulandit, Faujasit, Garronit, Gismondin, Harmotom, Phillipsit, Laumontit, Mesolith, Stilbit, Thomsonit, Apophyllit, Datolith, Prehnit und Calcit in GĂ€ngen, die durch prĂ€kambrische Metapyroxenite in einem unbenannten Straßenaufschluss bei Laurelcite-ref-velthuizen-et-al-2006-56-0[56]cite-ref-tschernich-11-37[11] sowie bei „Hincks Bridge“ und „Notre Dam de la Salette“ setzen.cite-ref-velthuizen-1991-55-1[55]cite-ref-tschernich-11-38[11]

‱ Alaska: Winzige, farblose Epistilbit-Kristalle und tafelige Zwillinge bis zu 3 mm LĂ€nge stammen von der Kupreanof-Insel sĂŒdwestlich von Petersburg. Es handelt sich um mit Quarz ausgekleidete HohlrĂ€ume in Basalt, in denen auch Calcit und Chabasit auftreten.
‱ Kalifornien: Epistilbit (möglicherweise auch nur flach terminierter Stilbit) wird aus einer Vergesellschaftung mit Kohlenwasserstoffen, Cinnabarit, Metacinnabarit, Pyrit, Markasit, Chalcedon und Calcit in hydrothermalen Quecksilber-LagerstĂ€tten in einem detritischen Serpentinit-Tonstein-Sandstein nahe einer heißen Quelle im „Sulphur Creek District“ (Wilbur Springs District) im Colusa County im Bereich der Kalifornischen KĂŒstengebirge beschrieben. Epistilbit tritt ferner zusammen mit Skolezit, Sulfiden und Chlorit in einer Kontaktzone zwischen metamorphosierten oberpalĂ€ozoischen Kalksteinen sowie intrusiven Quarz-Monzoniten und Pegmatiten im „Commercial Limestone Quarry“ bei Crestmore Heights unweit Riverside im Riverside County. Das anstehende Gestein in der NĂ€he enthĂ€lt u. a. Stilbit, Phillipsit, Chabasit, Natrolith, Laumontit, Thomsonit, Skolezit, Gonnardit und Mordenit. Epistilbit-Kristalle bis zu 8 mm LĂ€nge finden sich zusammen mit Stilbit und Heulandit in miozĂ€nen blasenreichen Basalten im „Little Sycamore Canyon“ in den Santa Monica Mountains, unweit Thousand Oaks im Ventura County.cite-ref-tschernich-11-39[11]
‱ Colorado: Farblos-wasserklare Epistilbit-Kristalle bis zu 4 mm LĂ€nge wurden in mit Quarz und Chalcedon ausgekleideten Blasen in Basalten am SĂŒdhang des Uncompahgre Peak im San-Juan-Gebirge unweit Lake City im Hinsdale County beobachtet.
‱ Connecticut: Bis zu 2 mm lange, farblose Epistilbite werden in Begleitung von Chabasit und Calcit auf Quarz in HohlrĂ€umen in grĂŒnen Vulkaniten entlang des „Wilbur Crass Parkway“, Tolland County. Von Brewsterit begleitete, mikroskopisch kleine Epistilbit-Kristalle finden sich in einem Hohlraum in Pyroxen in einer kontaktmetamorphen Zone bei Danbury, Fairfield County.
‱ Hawaii: Exzellente Stufen mit glĂ€nzenden, farblos-durchsichtigen, gestreckten Epistilbit-Kristallen bis zu 3 mm GrĂ¶ĂŸe stammen aus einem rötlichbraunen, blasenreichen Basalt aus dem stillgelegten „Puu o Ehu Quarry“ am Nordufer des Enchanted Lake in den Lanikai Hills, Kailua, Insel OÊ»ahu, Honolulu City and County. Farblos-durchsichtige Epistilbit-Kristalle bis zu 3 mm LĂ€nge fanden sich zusammen mit Chabasit, Analcim, Skolezit, Calcit, Quarz, Pyrit und Aragonit in blasenreichen Olivinbasalten aus dem „Kapaa Quarry“, Kailua, OÊ»ahu. In Vulkaniten aus dem „Kaena Quarry“ bei Mokulēʻia auf OÊ»ahu fand sich Epistilbit in Begleitung von Phillipsit und Aragonit.cite-ref-tschernich-11-40[11]
‱ New Jersey: Epistilbit, angeblich aus „Bergen Hill“, hat sich als Thomsonit erwiesen. Bei „Epistilbiten“ aus „Paterson“, „Summit“ und „Upper Montclair“ handelt es sich hĂ€ufig um flach terminierte Stilbite.cite-ref-tschernich-11-41[11] Der „Upper New Street Quarry“ (Burger’s Quarry) bei Paterson, Passaic County, hat hingegen wirklich Epistilbit geliefert.cite-ref-mindat-9-6[9]
‱ New York: Aus dem „Baylis Quarry“ bei Bedford im Westchester County stammender Epistilbit hat sich als flach terminierter Stilbit herausgestellt.cite-ref-tschernich-11-42[11]
‱ Oregon: Farblose halbkugelige Epistilbitaggregate bis zu 1 cm Durchmesser, die auf Mordenit sitzen und von radialem Heulandit und massivem Garranit ĂŒberzogen werden, finden sich in blasenreichen eozĂ€nen Basalten am „Neer Road Pit“ bei Goble, Columbia County. In den HohlrĂ€umen kristallisierten die Minerale in der Sukzession gediegen Kupfer → Tonminerale → Okenit → Tschernichit-Boggsit → LĂ©vyn-Offretit → Erionit → Heulandit → Mordenit → Epistilbit → Heulandit → Opal → Chalcedon → Seladonit → Okenit → Apophyllit-Stilbit-Apophyllit →Analcim-Cowlesit-Analcim → Garronit-Phillipsit → LĂ©vyn-Thomsonit-LĂ©vyn → Mesolith-Thomsonit → Chabasit → Calcit. Farblos-durchsichtige, flache, nach (110) und (100) verzwillingte Epistilbite wurden zusammen mit Siderit in blasenreichen Basalten entlang des „Clackamas River“, Estacada, Clackamas County, beobachtet.cite-ref-tschernich-11-43[11]
‱ Pennsylvania: „Epistilbit“ aus Perkiomenville im Montgomery County ist lediglich flach terminierter Stilbit.cite-ref-tschernich-11-44[11]
‱ Washington: Außergewöhnliche Stufen mit glĂ€nzenden, milchigweißen Epistilbit-Kristallen bis zu 2,5 cm LĂ€nge fanden sich auf nadeligem Mordenit und reiskornartigem Quarz in tertiĂ€ren Vulkaniten entlang des Nordufers des Riffe Lake, Kosmos bei Morton, Lewis County. In bis zu 5 cm Durchmesser aufweisenden ehemaligen Gasblasen in Basalten entlang des „Big Tree Creek“, Yacolt, Clark County, wurde Epistilbit in verschiedenen Generationen beobachtet. Zuerst entstandener Epistilbit bildet opake, cremefarbene, traubig-nierige Hohlraumauskleidungen oder bis zu 1 cm große Einzelkristalle auf rosa- bis lachsfarbenem Heulandit und Mordenit. Eine spĂ€tere, farblose Generation ĂŒberwĂ€chst prĂ€existente Epistilbit-Kristalle und bildet so Phantomkristalle mit den Formen {110}, {001}, {010} und {112} oder winzige, farblose, flache Zwillinge bis zu 4 mm GrĂ¶ĂŸe. Auf dem Epistilbit kristallisierten LĂ©vyn, Gonnardit und Thomsonit. Die Bildungsreihenfolge ist Tonminerale → Mordenit → farbiger Heulandit → Chalcedon → Quarz → Epistilbit → Skolezit → Laumontit → farbloser Heulandit → Stilbit → Epistilbit-LĂ©vyn → Gonnardit → Phillipsit → Thomsonit → Mesolith → Chabasit → Calcit. Winzige farblose Epistilbite wurden selten in mit Quarz ausgekleideten HohlrĂ€umen in blasenreichen Basalten entlang des „First Creek“ bei Liberty, Kittitas County beobachtet. Das Mineral tritt auch in alterierten Basalten sĂŒdlich von Vale auf der Grenze der Counties Thurston und Lewis sowie auf Mordenit im sĂŒdlich von Kalama, Cowlitz County, gelegenen Steinbruch „Todd Road Quarry“ auf. Schließlich wurde farblos-transparenter Epistilbit auch in Begleitung von Heulandit, Stilbit, Fluorit, Datolith, Pyrit und Calcit in GĂ€ngen sowie Gasblasen in Vulkaniten bei „Quartz Creek“ am Lewis River im Skamania County gefunden.cite-ref-tschernich-11-45[11]

Verwendung

Obwohl Zeolithe auf unterschiedlichste Weise – z. B. als Ionenaustauscher, Molekularsiebe, fĂŒr Waschmittel oder als Katalysatoren in der chemischen Industrie – Verwendung finden, besitzt Epistilbit keine wirtschaftliche Bedeutung. So ist er aufgrund seiner Seltenheit nur fĂŒr den Sammler von Mineralen von Interesse. Neuerdings existieren modifizierte Materialien aus sĂ€urebehandeltem Epistilbit, die in der Lage sind, Treibhausgase wie Kohlenstoffdioxid, CO2, und Stickstoffdioxid, NO2 zu adsorbieren.cite-ref-hern-ndez-espinosa-et-al-2108-57-0[57] Ungeachtet seiner geringen HĂ€rte und der nur sehr selten ausgeprĂ€gten Farben ist Epistilbit auch verschliffen worden, allerdings zumeist nur als KuriositĂ€t. Aus grĂ¶ĂŸeren indischen Kristallen sind 4 mm große und 0,12 ct schwere Steine geschliffen worden.cite-ref-realgems-org-58-0[58] Eventuell stellt Epistilbit ein Gesundheitsrisiko dar, da er möglicherweise sowohl faserbildend und damit Lungenerkrankungen verursachend als auch mutationsauslösend ist.cite-ref-www-diagnosticpathology-eu-59-0[59]

Siehe auch
Literatur

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Weblinks

Commons

: Epistilbite

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Einzelnachweise

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